Rechtssatz RS0115755
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0115755
Entscheidungsdatum
24.07.2024
Rechtssatz
Bei der Beurteilung des hypothetischen Verfahrensausgangs des Vorprozesses hat das Regressgericht, das mit dem gegen den Prozessbevollmächtigten wegen behaupteter Unterlassungen erhobenen Schadenersatzanspruch befasst ist, nicht darauf abzustellen, wie das Gericht des Vorprozesses, wären die beanstandeten Unterlassungen unterblieben, seinerzeit entschieden hätte, sondern darauf, wie nach seiner Auffassung der Vorprozess - oder auch nur eine Teilfrage desselben - richtigerweise hätte entschieden werden müssen.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 151/01i
Entscheidungstext OGH 25.09.2001 1 Ob 151/01i
Veröff: SZ 74/159
- 6 Ob 316/01s
Entscheidungstext OGH 31.01.2002 6 Ob 316/01s
Auch
- 6 Ob 322/02z
Entscheidungstext OGH 20.02.2003 6 Ob 322/02z
- 2 Ob 170/06y
Entscheidungstext OGH 23.03.2007 2 Ob 170/06y
Auch
- 8 Ob 137/07s
Entscheidungstext OGH 28.02.2008 8 Ob 137/07s
Auch; Beisatz: Hier: Unterlassene Einwendung der auf Schadenersatz gestützten Gegenforderung im Vorverfahren. (T1)
- 3 Ob 134/08i
Entscheidungstext OGH 03.10.2008 3 Ob 134/08i
- 6 Ob 100/11s
Entscheidungstext OGH 16.06.2011 6 Ob 100/11s
- 17 Ob 11/11h
Entscheidungstext OGH 09.08.2011 17 Ob 11/11h
Beisatz: Zur Frage der Bindung an nicht mit dem Anwaltsfehler verknüpfte Verfahrensergebnisse des Vorprozesses siehe RS0127136. (T2)
Veröff: SZ 2011/105
- 6 Ob 58/11i
Entscheidungstext OGH 24.11.2011 6 Ob 58/11i
Vgl
- 9 Ob 22/15y
Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 22/15y
Auch; Beisatz: Es ist hypothetisch nachzuvollziehen und zu beurteilen, wie das Verfahren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geendet hätte, wäre das entsprechende Rechtsmittel erhoben worden. (T3)
Beisatz: Die hypothetische Beurteilung des Verfahrensausgangs eines Vorprozesses ist eine Rechtsfrage. (T4)
- 2 Ob 36/15f
Entscheidungstext OGH 16.12.2015 2 Ob 36/15f
- 9 Ob 38/16b
Entscheidungstext OGH 28.10.2016 9 Ob 38/16b
Auch
- 1 Ob 57/17i
Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 57/17i
Beis wie T4
- 5 Ob 182/17a
Entscheidungstext OGH 20.11.2017 5 Ob 182/17a
Vgl auch; Beisatz: Geht es bei dieser hypothetischen Beurteilung um die Klärung strittiger Tatfragen, ist das Ergebnis dieser Prüfung als in dritter Instanz unanfechtbare Tatsachenfeststellung zu werten, während insbesondere dann, wenn es ausschließlich um rechtliche Beurteilung des festgestellten Sachverhalts geht, die Beurteilung des hypothetischen Verfahrens als – revisible – Rechtsfrage anzusehen ist: (T5)
- 1 Ob 63/18y
Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 63/18y
Auch; Beisatz: Hier: Unterlassung der Ablehnung eines Auftrags bzw der Geltendmachung von Ansprüchen durch einen Rechtsanwalt. (T6)
- 6 Ob 135/18y
Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 135/18y
Vgl
- 6 Ob 8/20z
Entscheidungstext OGH 23.01.2020 6 Ob 8/20z
Beisatz: Diesbezüglich trifft den Kläger die Behauptungs- und Beweislast. (T7)
- 10 Ob 48/22i
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.02.2023 10 Ob 48/22i
- 6 Ob 60/22z
Entscheidungstext OGH 24.03.2023 6 Ob 60/22z
vgl; Beisatz nur wie T4
- 8 Ob 35/23i
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 24.05.2023 8 Ob 35/23i
vgl; Beisatz: Hier: Haftung eines gerichtlich bestellten Sachverständigen. (T8)
- 1 Ob 189/23k
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 23.01.2024 1 Ob 189/23k
- 1 Ob 8/24v
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 24.07.2024 1 Ob 8/24v
Beisatz: Hier: vertretbare Beurteilung, dass im Vorprozess weder von einem Scheindienstverhältnis noch von einem Betriebsübergang auszugehen gewesen wäre. Dass in einem andere Parteien betreffenden und zudem in zweiter Instanz aufgehobenen Urteil von einem Scheindienstverhältnis ausgegangen wurde, war irrelevant. (T9)
Schlagworte
hypothetischer Inzidentprozess
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115755
Zuletzt aktualisiert am
14.10.2024
Dokumentnummer
JJR_20010925_OGH0002_0010OB00151_01I0000_001