Rechtssatz RS0124515
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0124515
Entscheidungsdatum
29.03.2011
Norm
UVG §2 Abs1
Verordnung (EWG) Nr 1408/71 des Rates 371R1408 Wanderarbeitnehmerverordnung Art3
Verordnung (EWG) Nr 1408/71 des Rates 371R1408 Wanderarbeitnehmerverordnung Art13
Verordnung (EWG) Nr 1408/71 des Rates 371R1408 Wanderarbeitnehmerverordnung Art73
Verordnung (EWG) Nr 1408/71 des Rates 371R1408 Wanderarbeitnehmerverordnung Art75
Rechtssatz
Nach den Kollisionsnormen der VO 1408/71 ist davon auszugehen, dass grundsätzlich das Recht des Mitgliedstaats anwendbar ist, in dem der Arbeitnehmer oder Selbständige beschäftigt ist, der die Anwendung der VO 1408/71 begründet. Eine solche Anknüpfung an den versicherungspflichtigen Arbeitnehmer ist im Rahmen der VO 1408/71 grundsätzlich auch sachlich gerechtfertigt, weil der überwiegende Teil der erfassten Sozialleistungen auf Versicherungssystemen beruht. Eine Einschränkung der Anknüpfung ausschließlich an die Stellung des Geldunterhaltsschuldners ist den Koordinierungsregelungen nicht zu entnehmen und würde überdies auch damit in Widerspruch stehen, dass sowohl die Rechtsstellung des Vaters als Arbeitnehmer als auch jene der Mutter als Arbeitnehmerin im Sinne der VO 1408/71 die Anwendung dieser Verordnung zu begründen vermag.
Anmerkung
- SW -
Bem: Gegenteilig zur Judikaturlinie RS 0122131.
Entscheidungstexte
- 10 Ob 75/08i
Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 Ob 75/08i
Veröff: SZ 2009/11
- 10 Ob 83/08s
Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 Ob 83/08s
- 10 Ob 78/08f
Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 Ob 78/08f
- 10 Ob 87/08d
Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 Ob 87/08d
- 10 Ob 84/08p
Entscheidungstext OGH 24.02.2009 10 Ob 84/08p
- 10 Ob 107/08w
Entscheidungstext OGH 17.03.2009 10 Ob 107/08w
- 10 Ob 9/09k
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 9/09k
- 10 Ob 10/09g
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 10/09g
- 10 Ob 18/09h
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 18/09h
- 10 Ob 23/09v
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 23/09v
Auch; Beisatz: Grundsätzlich ist das Recht des Mitgliedstaats anwendbar, in dem der Arbeitnehmer oder Selbständige beschäftigt ist, der die Anwendung der VO begründet. Eine Einschränkung der Anknüpfung ausschließlich an die Stellung des Geldunterhaltsschuldners ist den Koordinierungsregelungen der VO nicht zu entnehmen. Familienleistungen werden daher in der Regel nach den Vorschriften des Mitgliedstaats gewährt, in dem derjenige Arbeitnehmer bzw Selbständige beschäftigt ist, durch den der Anspruch auf Familienleistungen vermittelt wird. (T1)
- 10 Ob 13/09y
Entscheidungstext OGH 16.06.2009 10 Ob 13/09y
- 10 Ob 33/09i
Entscheidungstext OGH 16.06.2009 10 Ob 33/09i
Auch; Beis wie T1
- 10 Ob 19/09f
Entscheidungstext OGH 08.09.2009 10 Ob 19/09f
- 10 Ob 26/09k
Entscheidungstext OGH 08.09.2009 10 Ob 26/09k
Auch; Beis wie T1
- 10 Ob 41/09s
Entscheidungstext OGH 08.09.2009 10 Ob 41/09s
Auch
- 10 Ob 48/09w
Entscheidungstext OGH 08.09.2009 10 Ob 48/09w
- 10 Ob 32/09t
Entscheidungstext OGH 29.09.2009 10 Ob 32/09t
Auch; Beis wie T1
- 10 Ob 43/09k
Entscheidungstext OGH 29.09.2009 10 Ob 43/09k
Auch; Beis wie T1
- 10 Ob 56/09x
Entscheidungstext OGH 29.09.2009 10 Ob 56/09x
Vgl
- 10 Ob 77/09k
Entscheidungstext OGH 24.11.2009 10 Ob 77/09k
Vgl
- 10 Ob 80/09a
Entscheidungstext OGH 19.01.2010 10 Ob 80/09a
Vgl; Beisatz: Hier: Eine Leistungszuständigkeit Österreichs für die Erbringung von Familienleistungen im Sinne der VO 1408/71 kommt im vorliegenden Fall schon deshalb nicht in Betracht, da die Minderjährige und ihre Mutter in Ungarn leben (Wohnortstaat) und der Vater in Österreich weder selbständig noch unselbständig erwerbstätig noch arbeitslos ist, Österreich somit weder Wohnort- noch Beschäftigungsstaat ist. Eine Exportverpflichtung nach Art 73 und 74 VO 1408/71 besteht daher im vorliegenden Fall nicht. (T2)
- 10 Ob 4/10a
Entscheidungstext OGH 09.02.2010 10 Ob 4/10a
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Eine generelle Leistungszuständigkeit des Wohnsitzstaats des Kindes für Familienleistungen ist der Verordnung 1408/71 nicht zu entnehmen, auch nicht im Fall von Grenzgängern (auch für diese gilt bei Familienleistungen das Beschäftigungslandprinzip). (T3); Beisatz: Hier: Als leistungspflichtiger Staat sowohl nach dem Vater (sollte dieser als tätiger oder arbeitsloser Arbeitnehmer oder als Selbständiger zu qualifizieren sein) als auch nach der Mutter kommt im Hinblick auf den Beschäftigungsort allein Deutschland in Betracht. (T4)
- 10 Ob 6/10w
Entscheidungstext OGH 09.02.2010 10 Ob 6/10w
Auch; Beis wie T1
- 10 Ob 12/10b
Entscheidungstext OGH 23.03.2010 10 Ob 12/10b
Auch
- 10 Ob 14/10x
Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 Ob 14/10x
Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 2010/62
- 10 Ob 86/10k
Entscheidungstext OGH 29.03.2011 10 Ob 86/10k
Vgl auch; Veröff: SZ 2011/37
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124515
Zuletzt aktualisiert am
26.04.2013
Dokumentnummer
JJR_20090127_OGH0002_0100OB00075_08I0000_001