Dieses Bundesgesetz tritt mit dem 1. August 1989 in Kraft; dies soweit im folgenden nichts anderes bestimmt wird.
BGBl. Nr. 343/1989
343. Bundesgesetz: Erweiterte Wertgrenzen-Novelle 1989 — WGN 1989
Bundesgesetz vom 29. Juni 1989, mit dem Beträge und Wertgrenzen sowie damit zusammenhängende Regelungen des Zivilrechts und des Verfahrensrechts geändert werden (Erweiterte Wertgrenzen-Novelle 1989 — WGN 1989)
Änderungen durch diese Kundmachung
§ 32geändert
Entschädigung
§ 42geändertZ 1
Sachverständigengebühren
1. in Arbeitsrechtssachen die Parteien, sofern keine Partei Verfahrenshilfe genießt und die Gebühr den im § 49 Abs. 1 Z 1 JN genannten Betrag von 30 000 S nicht übersteigt;
2. in Sozialrechtssachen nach § 65 Abs. 1 Z 3 die Parteien, in sonstigen Sozialrechtssachen der Versicherungsträger.
… 3 unveränderte Absätze
1. in Arbeitsrechtssachen auch dann nicht zuzustellen, wenn die Gebühr nach Abs. 1 Z 1 bestimmt worden ist;
2. in Sozialrechtssachen in keinem Fall zuzustellen.
§ 45geändertZ 1, Z 2; Abs 2 bis Abs 4
1. wenn der Wert des Streitgegenstandes, über den es entscheidet, Entscheidungsgegenstand nicht ausschließlich in einem Geldbetrag besteht, ob er 30 der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50 000 S übersteigt;
2. wenn der Wert des Streitgegenstandes, über den es entscheidet, 30 Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50 000 S nicht übersteigt, ob die Revision nach § 46 Abs. 2 1 Z 1 zulässig ist.
§ 46geändertZ 2; Abs 2; Abs 3
Revision und Rekurs an den Obersten Gerichtshof
1. die Entscheidung von der Lösung einer Rechtsfrage des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts abhängt, der zur Wahrung der Rechtseinheit, Rechtssicherheit oder Rechtsentwicklung erhebliche Bedeutung zukommt, etwa weil das Berufungsgericht von der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs abweicht oder eine solche Rechtsprechung fehlt oder uneinheitlich ist, oder
2. der Streitgegenstand, über den das Berufungsgericht entschieden hat, an Geld oder Geldeswert 30 insgesamt 50 000 S übersteigt.
§ 47geändertAbs 2
§ 75geändert
Weitere Verfahrensbesonderheiten
§ 77geändert
… 5 unveränderte Absätze
Kostenersatzansprüche
1. der Versicherungsträger die Kosten, die ihm durch das Verfahren erwachsen sind, ohne Rücksicht auf dessen Ausgang selbst zu tragen; das gilt auch für den Ersatz der Gebühren der Zeugen und Sachverständigen sowie den mit Augenscheinen verbundenen Aufwand;
2. der Versicherte gegenüber dem Versicherungsträger Anspruch auf Ersatz aller seiner sonstigen durch die Prozeßführung verursachten, zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendigen Verfahrenskosten
a) - vorbehaltlich des Abs. 2 - nach dem Wert des Ersiegten;
b) dem Grunde und der Höhe nach nur nach Billigkeit, wenn er zur Gänze unterliegt; dabei ist besonders auf die tatsächlichen oder rechtlichen Schwierigkeiten des Verfahrens sowie auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Versicherten Bedacht zu nehmen.
§ 93geändertAbs 2; Abs 3 (neu)
Ersatz des Aufwandes für Verfahren in Sozialrechtssachen
(2) Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist verpflichtet, beginnend mit 1987 im jeweils laufenden Jahr auf Grund des Abs. 1 einen Betrag von 100 Millionen Schilling, fällig am 1. Diese Kosten sind dem Bund durch Zahlung an den Bundesminister für Justiz zu ersetzen. Zur Begleichung dieser Zahlungspflicht hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger an den Bundesminister für Justiz einen jährlichen Pauschalbetrag von insgesamt 140 Millionen Schilling zu zahlen; dieser Pauschalbetrag ist für das jeweilige laufende Jahr durch Zahlungen von je 70 Millionen Schilling am 1. April und 1. Oktober mit jeweils 50 Millionen Schilling, als Vorausleistung auf die Zahlungspflicht für das jeweilige Jahr an den Bundesminister für Justiz zu zahlen. Oktober dieses Jahres zu entrichten. Das Gerichtliche Einbringungsgesetz 1962, BGBl. Nr. 288, ist nicht anzuwenden.
(3) Die oben genannten Beträge sind im Verhältnis der im jeweiligen Vorjahr insgesamt angefallenen Verfahren (§ 65 Abs. 1 Z 1 bis 5 ASGG) zur Zahl der hinsichtlich des jeweiligen einzelnen Versicherungsträgers angefallenen Verfahren vom Hauptverband auf die einzelnen Träger der Sozialversicherung aufzuteilen. Im Einvernehmen mit allen Trägern der Sozialversicherung kann vom Hauptverband auch ein anderer Aufteilungsschlüssel angewandt werden.
Art. 40neu
Artikel XL
Justizverwaltungsmaßnahmen
Anmerkung, aus Bundesgesetzblatt Nr. 343 aus 1989,, zu Paragraphen 32, 42, 45, 46, 47, 75, 77 und 93, Bundesgesetzblatt Nr. 104 aus 1985,)
Mit Rücksicht auf dieses Bundesgesetz dürfen bereits von dem seiner Kundmachung folgenden Tag an Verordnungen erlassen sowie sonstige organisatorische und personelle Maßnahmen getroffen werden. Die Verordnungen dürfen frühestens mit dem 1. August 1989 in Wirksamkeit gesetzt werden.
Art. 41neu
Artikel XLI
Inkrafttreten, Übergangsbestimmungen
Anmerkung, aus Bundesgesetzblatt Nr. 343 aus 1989,, zu Paragraphen 32, 42, 45, 46, 47, 77 und 93, Bundesgesetzblatt Nr. 104 aus 1985,)
- Ziffer eins
- Ziffer 2Der Artikel römisch eins, Ziffer eins bis 3 (Paragraphen 389, 390 und 391 ABGB) gilt für Sachen, die nach dem 31. Juli 1989 gefunden worden sind.
- Ziffer 3Die Artikel römisch eins, Ziffer 4, (Paragraph 970, a ABGB), römisch vier (ReichshaftpflichtG), römisch siebzehn (Gastwirtehaftung), römisch neunzehn (LuftverkehrsG), römisch 26 (EKHG) und römisch 33 (RohrleitungsG) sind auf Schadensereignisse anzuwenden, die sich nach dem 31. Juli 1989 ereignet haben.
- Ziffer 4Der Artikel römisch zwei, Ziffer eins, (Paragraphen 13 bis 16 AußStrG) gilt in Verfahren außer Streitsachen, die nicht im Außerstreitgesetz geregelt sind, nur, wenn in diesen Gesetzen das Außerstreitgesetz für anwendbar erklärt wird und diese Gesetze keine von diesem abweichenden oder dieses ergänzenden Regeln für die Anrufung des Obersten Gerichtshofs enthalten. Gelten für solche Verfahren abweichende oder ergänzende Regeln für die Anrufung des Obersten Gerichtshofs, so sind, soweit durch dieses Bundesgesetz geänderte Gesetze hilfsweise heranzuziehen sind, diese in der bisherigen Fassung anzuwenden.
- Ziffer 5Die Artikel römisch zwei, Ziffer eins, (Paragraphen 13 bis 16 AußStrG) und 6 (Paragraphen 227 und 232 AußStrG), römisch zehn Ziffer 20 bis 24 (Paragraphen 488, 500, 500 a, 501 und 502 ZPO), 26 bis 30 (Paragraphen 505 bis 508 a ZPO), 31 Litera a und c (Paragraph 510, ZPO), 33 (Paragraph 519, ZPO) und 35 bis 39 (Paragraphen 521, a, 523, 526 bis 528 ZPO), römisch elf Ziffer 2, (Paragraph 83, EO) und 3 (Paragraph 239, EO), römisch 24 Ziffer 2 bis 6 (Paragraphen 125 bis 129 GBG), römisch 36 Ziffer 4, (Paragraph 25, GGG) sowie römisch 37 Ziffer 3 bis 5 (Paragraphen 45 bis 47 ASGG) sind anzuwenden, wenn das Datum der Entscheidung der zweiten Instanz nach dem 31. Dezember 1989 liegt.
- Ziffer 6Die Artikel römisch drei, (WinkelschreibereiV), römisch sechs Ziffer eins, (Paragraph 29, GenG) und 2 (Paragraph 87, GenG), römisch sieben (GenossenschaftsregisterV), römisch acht Ziffer eins, (Paragraph 53, EisenbahnbuchanlegungsG), römisch zehn Ziffer 4 bis 6 (Paragraphen 199, 200 und 220 ZPO), römisch elf Ziffer 5, (Paragraph 359, EO), römisch dreizehn Ziffer eins, (Artikel römisch zehn, Tiroler GrundbuchsanlegungsG), soweit er sich auf den Paragraph 11, bezieht, römisch vierzehn Ziffer eins, (Artikel römisch vier, Vorarlberger GrundbuchsanlegungsG), soweit er sich auf den Paragraph 11, bezieht, römisch fünfzehn (Paragraph 11, RevisionsG), römisch achtzehn Ziffer 3, (Paragraph 28, LiegenschaftsteilungsG), römisch zwanzig (Artikel 6, Nr. 4 der 4. EV zHGB), römisch 23 (Paragraph 5, UmwandlungsG), römisch 25 (Artikel 67, ScheckG) und römisch 35 (Paragraph 20, MRG) sind auf Verhalten anzuwenden, die nach dem 31. Juli 1989 gesetzt worden sind.
- Ziffer 7Anzuwenden sind auf Verfahren, in denen die Klagen bei Gericht angebracht werden
- Litera anach dem 31. Juli 1989 die Artikel römisch fünf, Ziffer eins, (Paragraph 5, NotO), römisch neun Ziffer eins, Litera b, (Paragraph 49, JN), 3 (Paragraph 55, JN) und 6 (Paragraph 104, JN), römisch zehn Ziffer eins, (Paragraph 27, ZPO), 2 (Paragraph 29, ZPO), 14 (Paragraph 451, ZPO), 18 (Paragraph 465, ZPO) und 34 (Paragraph 520, ZPO), römisch elf Ziffer eins, (Paragraph 74, EO), römisch 22 Ziffer 4, (Paragraph 9, AHG), römisch 30 Ziffer 2, (Paragraph 8, StEG) sowie römisch 36 Ziffer 5, (Paragraph 31, GGG) und 7 (Anmerkungen zu den TP 1, 2, 3 und 4 GGG);
- Litera bin der Zeit nach dem 31. Juli 1989 und vor dem 1. Juli 1991 die Artikel römisch neun, Ziffer 2, Litera a, (Paragraphen 49, 51 und 52 JN) und römisch zehn Ziffer 13, Litera a, (Paragraph 448, ZPO);
- Litera cnach dem 30. Juni 1991 die Artikel römisch 29 , Ziffer 2, (Paragraph 23, RATG) und römisch 36 Ziffer 6, Anmerkung 2a zur TP 1 GGG);
- Litera din der Zeit nach dem 30. Juni 1991 und vor dem 1. Juli 1993 die Artikel römisch neun, Ziffer 2, Litera b, (Paragraphen 49, 51 und 52 JN) und römisch zehn Ziffer 13, Litera b, (Paragraph 448, ZPO);
- Litera enach dem 30. Juni 1993 die Artikel römisch neun, Ziffer 2, Litera c, (Paragraphen 49, 51 und 52 JN) und römisch zehn Ziffer 13, Litera c, (Paragraph 448, ZPO).
- Ziffer 8Die Artikel römisch zehn, Ziffer 7, (Paragraph 332, ZPO), römisch sechzehn Ziffer eins, (Paragraph 116, KO), römisch 22 Ziffer 3, (hinsichtlich des Paragraph 8, Absatz eins, zweiter Satz AHG) und Artikel römisch 27 , Ziffer eins, (Paragraph 2, GEG 1962) sind anzuwenden, wenn das Datum des Beschlusses, der Artikel römisch zehn, Ziffer 3, (Paragraph 54, a ZPO), wenn das Datum der Kostenentscheidung nach dem 31. Juli 1989 liegt.
- Ziffer 9Liegt das Datum der Entscheidung der zweiten Instanz nach dem 31. Dezember 1989, aber vor dem 1. Juli 1994, so fällt, wenn der Oberste Gerichtshof über die Bemessung des gesetzlichen Unterhalts zu entscheiden hätte, bei der Beurteilung, ob die Entscheidung von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der zur Wahrung der Rechtseinheit, Rechtssicherheit oder Rechtsentwicklung erhebliche Bedeutung zukommt, (Paragraph 14, Absatz eins, Außerstreitgesetz, Paragraph 502, Absatz eins, ZPO in der Fassung des Artikel römisch zwei, Ziffer eins und des Artikel römisch zehn, Ziffer 24,) nicht ins Gewicht, daß eine Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs fehlt, wohl aber, ob das Gericht zweiter Instanz von einer nicht mehr als drei Jahre zurückliegenden Rechtsprechung eines Gerichtes zweiter Instanz abweicht, die veröffentlicht oder vom Gericht zweiter Instanz oder vom Rechtsmittelwerber angeführt worden ist.
- Ziffer 10Die Artikel römisch zehn, Ziffer 10, (Paragraph 415, ZPO) und 11 (Paragraph 417, ZPO), römisch 22 Ziffer eins, (Paragraph eins, AHG), 2 (Paragraph 6, AHG), 3 (hinsichtlich des Paragraph 8, Absatz eins, erster Satz und Absatz 2, AHG) und 5 (Paragraph 10, AHG) sowie römisch 38 (Paragraph 7, Polizeibefugnis-EntschädigungsG) sind anzuwenden, wenn die mündliche Streitverhandlung erster Instanz nach dem 31. Juli 1989 geschlossen worden ist.
- Ziffer 11Die Artikel römisch zehn, Ziffer 9, (Paragraph 414, ZPO), 12 (Paragraph 417, a ZPO), 16 (Paragraph 459, ZPO), 17 (Paragraph 461, ZPO), 19 (Paragraph 468, ZPO) und 32 (Paragraph 518, ZPO) sowie römisch 29 Ziffer 3, (TP 1 RATG) sind anzuwenden, wenn die Entscheidung nach dem 31. Juli 1989 verkündet worden ist.
- Ziffer 12Der Artikel römisch zehn, Ziffer 25, (Paragraph 503, ZPO), 31 Litera b, (Paragraph 510, ZPO) und 40 (Paragraph 528, a ZPO) ist anzuwenden, wenn das Datum der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs nach dem 31. Juli 1989 liegt.
- Ziffer 13Der Artikel römisch elf, Ziffer 4, (Paragraph 251, EO) ist auf Sachen anzuwenden, die nach dem 31. Juli 1989 gepfändet worden sind.
- Ziffer 14Der Artikel römisch sechzehn, Ziffer 2, (Paragraph 169, KO) ist auf Konkurs- und Anschlußkonkursverfahren anzuwenden, die nach dem 31. Juli 1989 eröffnet worden sind; im Fall der Wiederaufnahme eines Konkurses (Paragraph 158, Absatz 2, KO) ist der Tag des Wiederaufnahmebeschlusses maßgebend.
- Ziffer 15Es sind auf Vertretungsleistungen anzuwenden, die
- Litera ain der Zeit nach dem 31. Juli 1989 und vor dem 1. Juli 1991 erbracht worden sind, der Artikel römisch 29 , Ziffer eins, Litera a, (Paragraph 23, RATG);
- Litera bin der Zeit nach dem 30. Juni 1991 und vor dem 1. Juli 1993 erbracht worden sind, der Artikel römisch 29 , Ziffer eins, Litera b, (Paragraph 23, RATG);
- Litera cnach dem 30. Juni 1993 erbracht worden sind, der Artikel römisch 29 , Ziffer eins, Litera c, (Paragraph 23, RATG).
- Ziffer 16Die Artikel römisch 31 , (GebAG 1975) und römisch 37 Ziffer eins, (Paragraph 32, ASGG) und 2 (Paragraph 42, ASGG) sind auf alle Gebühren für eine Tätigkeit anzuwenden, die nach dem 31. Juli 1989 beendet worden ist.
- Ziffer 17Der Artikel römisch 32 , (Vollzugs- und WegegebührenG) ist auf Amtshandlungen anzuwenden, die nach dem 31. Juli 1989 vorgenommen worden sind.
- Ziffer 18Der Artikel römisch 37 , Ziffer 7, (Paragraph 77, ASGG) ist auf Vertretungshandlungen anzuwenden, die nach dem 31. Juli 1989 vorgenommen worden sind.
- Ziffer 19Auf Grund des bisherigen Paragraph 93, ASGG hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger an den Bundesminister für Justiz für das Jahr 1987 keinen Restbetrag, hingegen für das Jahr 1988 einen pauschalierten Restbetrag von 20 Millionen Schilling und die für das Jahr 1989 offene erste Jahresrate von 70 Millionen Schilling zu leisten; diese Beträge sind am 1. August 1989 zur Zahlung fällig; hievon betroffene Verwaltungsverfahren sind wiederaufzunehmen.