Rechtssatz RS0101859
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0101859
Geschäftszahl
15Os30/88 (15Os31/88); 13Os33/88; 11Os114/88; 14Os106/88; 15Os96/88 (15Os97/88); 11Os147/88 (11Os154/88); 11Os77/89 (11Os78/89); 11Os63/91 (11Os64/91); 15Os132/92 (15Os133/92; 15Os134/92; 15Os135/92; 15Os136/92; 15Os137/92; 15Os138/92; 15Os139/92; 15Os140/92; 15Os141/92; 15Os142/92; 15Os143/92; 15Os144/92; 15Os146/92); 12Os125/92; 12Os174/95 (12Os175/95); 12Os18/26b
Entscheidungsdatum
05.08.2026
Rechtssatz
Nur dann, wenn einem bereits in erster Instanz ergangenen, unangefochten gebliebenen (positiven oder negativen) Beschluß über den Widerruf einer bedingten Strafnachsicht oder einer bedingten Entlassung (§ 494 a Abs 1 Z 2 oder 4 StPO) in dem die neuerliche Verurteilung betreffenden Rechtsmittelverfahren durch eine Änderung des Strafausspruchs der Boden entzogen wird, sodaß jener Beschluß immerhin mittelbar Gegenstand der Rechtsmittelentscheidung ist, kann das Rechtsmittelgericht im Sinn der mit §§ 494 a, 494 b StPO angestrebten "Gesamtregelung" der Straffrage hinsichtlich aller in Betracht kommenden Urteile so vorgehen, als ob auch er unmittelbar angefochten wäre, und - bei (eine Verfahrenserneuerung in erster Instanz erübrigendem) Vorliegen der prozessualen Voraussetzungen (§ 494 a Abs 3 StPO) sowie unter Beachtung des Verschlimmerungsverbotes - in diesem Rahmen (ungeachtet des Unterbleibens einer Anfechtung) sogleich auch darüber entscheiden, ob er nichtsdestoweniger aufrechterhalten oder abgeändert wird.Nur dann, wenn einem bereits in erster Instanz ergangenen, unangefochten gebliebenen (positiven oder negativen) Beschluß über den Widerruf einer bedingten Strafnachsicht oder einer bedingten Entlassung (Paragraph 494, a Absatz eins, Ziffer 2, oder 4 StPO) in dem die neuerliche Verurteilung betreffenden Rechtsmittelverfahren durch eine Änderung des Strafausspruchs der Boden entzogen wird, sodaß jener Beschluß immerhin mittelbar Gegenstand der Rechtsmittelentscheidung ist, kann das Rechtsmittelgericht im Sinn der mit Paragraphen 494, a, 494 b StPO angestrebten "Gesamtregelung" der Straffrage hinsichtlich aller in Betracht kommenden Urteile so vorgehen, als ob auch er unmittelbar angefochten wäre, und - bei (eine Verfahrenserneuerung in erster Instanz erübrigendem) Vorliegen der prozessualen Voraussetzungen (Paragraph 494, a Absatz 3, StPO) sowie unter Beachtung des Verschlimmerungsverbotes - in diesem Rahmen (ungeachtet des Unterbleibens einer Anfechtung) sogleich auch darüber entscheiden, ob er nichtsdestoweniger aufrechterhalten oder abgeändert wird.
Entscheidungstexte
- 15 Os 30/88
Entscheidungstext OGH 01.03.1988 15 Os 30/88
Veröff: EvBl 1988/63 S 310
- 13 Os 33/88
Entscheidungstext OGH 07.04.1988 13 Os 33/88
- 11 Os 114/88
Entscheidungstext OGH 25.10.1988 11 Os 114/88
Vgl auch
- 14 Os 106/88
Entscheidungstext OGH 19.10.1988 14 Os 106/88
Vgl auch
- 15 Os 96/88
Entscheidungstext OGH 21.10.1988 15 Os 96/88
Vgl auch; Beisatz: Die Abänderung im Strafausmaß zieht die amtswegige Aufhebung des Widerrufsbeschlusses nach sich. (T1)
- 11 Os 147/88
Entscheidungstext OGH 20.12.1988 11 Os 147/88
Vgl auch
- 11 Os 77/89
Entscheidungstext OGH 08.08.1989 11 Os 77/89
Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: SSt 60/49 = EvBl 1990/12 S 59 = RZ 1989/113 S 284
- 11 Os 63/91
Entscheidungstext OGH 06.08.1991 11 Os 63/91
Vgl; Beis wie T1
- 15 Os 132/92
Entscheidungstext OGH 12.11.1992 15 Os 132/92
vgl auch
- 12 Os 125/92
Entscheidungstext OGH 26.11.1992 12 Os 125/92
Vgl auch
- 12 Os 174/95
Entscheidungstext OGH 01.02.1996 12 Os 174/95
- 12 Os 18/26b
Entscheidungstext OGH 05.08.2026 12 Os 18/26b
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0101859
Zuletzt aktualisiert am
25.09.2026
Dokumentnummer
JJR_19880301_OGH0002_0150OS00030_8800000_004