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Rechtssatz RS0111533×

Rechtssatz RS0111533

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0111533

Entscheidungsdatum

25.02.2026

Rechtssatz

Haben beide Teile auf die tatsächliche Verlesung beziehungsweise Vorführung von in Paragraph 252, Absatz eins, beziehungsweise Absatz 2, StPO bezeichneten Schriftstücken beziehungsweise Aufzeichnungen verzichtet, ist die Art, wie ein solches Beweismittel in der Hauptverhandlung vorgekommen ist (Paragraph 258, Absatz eins, erster Satz StPO), einer nachträglichen Kritik aus Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, StPO entzogen. Für eine deutliche und bestimmte Bezeichnung (Paragraph 285, Absatz eins, zweiter Satz StPO) einer auf die Missachtung der Förmlichkeit des Paragraph 258, Absatz eins, zweiter Satz StPO angelegten Mängelrüge (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, StPO) bedarf es der Behauptung, dass auf die tatsächliche Verlesung (beziehungsweise Vorführung) nicht verzichtet worden ist (WK-StPO Paragraph 281, Rz 460).

Entscheidungstexte

  • 14 Os 129/98
    Entscheidungstext OGH 13.10.1998 14 Os 129/98
  • 13 Os 136/99
    Entscheidungstext OGH 29.09.1999 13 Os 136/99
    Vgl auch; Beisatz: Eine den Freispruch tragende Feststellung durch das Berufungsgericht, ohne die in der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht vernommenen Zeugen und Sachverständigen nochmals abzuhören oder - unter den Voraussetzungen des § 252 StPO - die darüber aufgenommenen Protokolle in der Berufungsverhandlung darzutun, stellt eine Verletzung des § 473 Abs 2 StPO dar. (T1)
  • 13 Os 153/99
    Entscheidungstext OGH 15.12.1999 13 Os 153/99
    nur: Haben beide Teile auf die tatsächliche Verlesung beziehungsweise Vorführung von in § 252 Abs 1 beziehungsweise Abs 2 StPO bezeichneten Schriftstücken beziehungsweise Aufzeichnungen verzichtet, ist die Art, wie ein solches Beweismittel in der Hauptverhandlung vorgekommen ist (§ 258 Abs 1 erster Satz StPO), einer nachträglichen Kritik aus § 281 Abs 1 Z 5 StPO entzogen. (T2)
  • 15 Os 181/99
    Entscheidungstext OGH 27.01.2000 15 Os 181/99
    nur T2
  • 14 Os 8/00
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 14 Os 8/00
    nur T2
  • 14 Os 31/01
    Entscheidungstext OGH 08.05.2001 14 Os 31/01
    Vgl auch; nur T2
  • 12 Os 41/02
    Entscheidungstext OGH 07.08.2002 12 Os 41/02
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Ein Einverständnis zum Verlesungsverzicht verliert dort seine strafprozessuale Relevanz, wo die betreffenden Aktenteile nicht wenigstens auf andere Weise in der Hauptverhandlung zur Sprache gebracht wurden und damit dem erkennenden Senat in einer für die Rechtsmittelinstanz nachvollziehbaren Weise zur Kenntnis gelangt und damit im Sinn des § 258 Abs 1 StPO in der Hauptverhandlung vorgekommen sind. (T3)
  • 13 Os 28/02
    Entscheidungstext OGH 16.10.2002 13 Os 28/02
    Auch; nur: Für eine deutliche und bestimmte Bezeichnung (§ 285 Abs 1 zweiter Satz StPO) einer auf die Missachtung der Förmlichkeit des § 258 Abs 1 zweiter Satz StPO angelegten Mängelrüge (§ 281 Abs 1 Z 5 StPO) bedarf es der Behauptung, dass auf die tatsächliche Verlesung (beziehungsweise Vorführung) nicht verzichtet worden ist. (T4)
  • 14 Os 143/01
    Entscheidungstext OGH 29.10.2002 14 Os 143/01
    Auch; nur T4
  • 14 Os 8/03
    Entscheidungstext OGH 11.03.2003 14 Os 8/03
    nur T2
  • 13 Os 48/03
    Entscheidungstext OGH 30.04.2003 13 Os 48/03
    Vgl auch
  • 15 Os 94/03
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 15 Os 94/03
    nur T4
  • 13 Os 96/03
    Entscheidungstext OGH 03.09.2003 13 Os 96/03
    Auch; nur T4
  • 13 Os 151/03
    Entscheidungstext OGH 17.12.2003 13 Os 151/03
    Vgl auch; nur T2
  • 14 Os 27/04
    Entscheidungstext OGH 05.05.2004 14 Os 27/04
    Vgl; nur T2
  • 14 Os 93/04
    Entscheidungstext OGH 10.08.2004 14 Os 93/04
    nur T2
  • 11 Os 77/04
    Entscheidungstext OGH 24.08.2004 11 Os 77/04
    Vgl auch; nur T2
  • 12 Os 132/04
    Entscheidungstext OGH 16.12.2004 12 Os 132/04
    Auch; Beisatz: Hat der Beschwerdeführer auf die tatsächliche Vorlesung oder Vorführung von im § 252 Abs 1 oder Abs 2 StPO genannten Schriftstücken oder technischen Aufnahmen verzichtet, ist die Art, wie ein solches Beweismittel in der Hauptverhandlung vorgekommen ist (§ 258 Abs 1 erster Satz StPO), einer nachträglichen Kritik aus § 281 Abs 1 Z 5 StPO entzogen. (T5)
  • 11 Os 132/04
    Entscheidungstext OGH 11.01.2005 11 Os 132/04
    Vgl auch; Beisatz: Die Möglichkeit eines parteieneinverständlichen (durch das in § 258 Abs 1 StPO geforderte, etwa durch ein Referat des Vorsitzenden zu erreichende Vorkommen allerdings eingeschränkten) Verlesungsverzichts (§ 252 Abs 2 StPO) wird nach nunmehr gefestigter Judikatur wegen der prinzipiellen Gleichwertigkeit aller zulässigen Beweismittel (§ 258 Abs 2 StPO) auf die in § 252 Abs 1 Z 1 bis Z 4 StPO genannten Verlesungsfälle ausgedehnt. (T6)
  • 12 Os 59/05a
    Entscheidungstext OGH 04.08.2005 12 Os 59/05a
    Vgl auch; nur T2
  • 14 Os 19/05h
    Entscheidungstext OGH 09.08.2005 14 Os 19/05h
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Sind jedoch die in der Beschwerde genannten Beweismittel auf gar keine Art vorgekommen, so liegt Nichtigkeit gemäß § 281 Abs 1 Z 5 vierter Fall StPO vor. (T7)
  • 11 Os 36/05m
    Entscheidungstext OGH 26.07.2005 11 Os 36/05m
    Vgl
  • 12 Os 14/06k
    Entscheidungstext OGH 23.03.2006 12 Os 14/06k
  • 12 Os 20/06t
    Entscheidungstext OGH 23.03.2006 12 Os 20/06t
    nur T2
  • 12 Os 23/09p
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 23/09p
    Vgl; Beisatz: Nur die prozessordnungswidrige Verlesung der in § 252 Abs 1 StPO angeführten Aktenteile sowie die Verletzung des damit gekoppelten Umgehungsverbots (§ 252 Abs 4 StPO) sind mit Nichtigkeit bedroht, nicht hingegen die behauptete Missachtung des § 252 Abs 2 StPO (WK-StPO § 252 Rz 11). (T8)
  • 15 Os 103/09z
    Entscheidungstext OGH 09.09.2009 15 Os 103/09z
    Auch; nur T2
  • 13 Os 97/09b
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 13 Os 97/09b
    Auch; Beisatz: Zwar bringt die vom Erstgericht gewählte Formulierung, „der Hauptakt ist hinreichend bekannt und wird auf die Verlesung einzelner Aktenbestandteile verzichtet", weder eine Verlesung noch einen Vortrag (§ 252 Abs 2a StPO) und auch keine Zustimmung (insbesondere gemäß § 252 Abs 1 Z 4 StPO) zu einer derartigen Vorgangsweise zum Ausdruck. Erfolgversprechend kann eine in diesem Sinne erhobene Rüge allerdings nur dann sein, wenn sie in der Hauptverhandlung nicht vorgekommene, gleichwohl in den Entscheidungsgründen verwertete Beweismittel deutlich und bestimmt bezeichnet (WK-StPO § 281 Rz 462). (T9)
  • 13 Os 36/10h
    Entscheidungstext OGH 17.06.2010 13 Os 36/10h
    Auch; Beisatz: Die Bestimmungen des § 252 StPO sind unter dem Aspekt der Z 5 vierter Fall nur insoweit von Bedeutung, als das Urteil nicht auf ein in der Hauptverhandlung nicht vorgekommenes (§ 258 Abs 1 StPO) Beweismittel gründen darf (WK-StPO § 281 Rz 238). (T10)
  • 15 Os 4/11v
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 4/11v
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis ähnlich wie T9
  • 13 Os 52/11p
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 52/11p
    Auch
  • 11 Os 120/11y
    Entscheidungstext OGH 06.10.2011 11 Os 120/11y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T10
  • 11 Os 125/12k
    Entscheidungstext OGH 09.10.2012 11 Os 125/12k
    Auch; Beis insbesondere wie T5; Beis insbesondere wie T7
  • 13 Os 76/12v
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 13 Os 76/12v
    Vgl auch
  • 14 Os 79/12t
    Entscheidungstext OGH 05.03.2013 14 Os 79/12t
    Auch; Beisatz: Die Zustimmung des Beschwerdeführers zu einem zusammenfassenden Vortrag des Akteninhalts durch den Vorsitzenden wurde nicht bestritten, womit die Art, wie ein aktenkundiges Beweismittel in der Hauptverhandlung vorgekommen ist (§ 258 Abs 1 erster Satz StPO), einer nachträglichen Kritik aus § 281 Abs 1 Z 5 StPO entzogen ist. (T11)
  • 15 Os 1/13f
    Entscheidungstext OGH 22.05.2013 15 Os 1/13f
    Auch; nur T2; Beis wie T5; Beis wie T11
  • 15 Os 52/13f
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 15 Os 52/13f
    Auch
  • 11 Os 31/14i
    Entscheidungstext OGH 08.04.2014 11 Os 31/14i
    Auch
  • 14 Os 27/14y
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 27/14y
    Auch; Beis wie T7
  • 11 Os 84/14h
    Entscheidungstext OGH 13.01.2015 11 Os 84/14h
    Vgl auch
  • 15 Os 88/16d
    Entscheidungstext OGH 12.10.2016 15 Os 88/16d
    Auch; Beis wie T7
  • 17 Os 27/16y
    Entscheidungstext OGH 06.12.2016 17 Os 27/16y
    Auch; Beis wie T5
  • 15 Os 4/18d
    Entscheidungstext OGH 14.02.2018 15 Os 4/18d
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Die bloße Äußerung des Vorsitzenden, „dass gemäß § 252 Abs 2a StPO das Wesentliche des Akteninhalts vorgetragen wird“, vermag einen tatsächlichen Vortrag nicht zu ersetzen. (T12)
  • 11 Os 51/18m
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 11 Os 51/18m
    Auch; Beis wie T7
  • 15 Os 39/19b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2019 15 Os 39/19b
    Beis wie T7
  • 15 Os 90/20d
    Entscheidungstext OGH 06.11.2020 15 Os 90/20d
    Vgl; Beis wie T9
  • 11 Os 74/20x
    Entscheidungstext OGH 23.02.2021 11 Os 74/20x
    Vgl; Beis wie T8; Beis wie T11
  • 15 Os 38/22k
    Entscheidungstext OGH 08.03.2023 15 Os 38/22k
    vgl; Beisatz wie T7; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9; Beisatz wie T10; Beisatz wie T11
  • 12 Os 148/23s
    Entscheidungstext OGH 27.06.2024 12 Os 148/23s
    vgl
  • 15 Os 82/24h
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 82/24h
    vgl
  • 15 Os 52/25y
    Entscheidungstext OGH 31.07.2025 15 Os 52/25y
    vgl; Beisatz wie T7
  • 15 Os 78/25x
    Entscheidungstext OGH 10.09.2025 15 Os 78/25x
    vgl; Beisatz: Mit der Kritik an der Protokollierung als undeutlich wird nicht deutlich und bestimmt behauptet, dass Verfahrensergebnisse tatsächlich nicht durch zusammenfassenden Vortrag nach § 252 Abs 2a StPO in der Hauptverhandlung vorgekommen wären. (T13)
  • 15 Os 154/25y
    Entscheidungstext OGH 25.02.2026 15 Os 154/25y
    vgl; Beisatz wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111533

Im RIS seit

12.11.1998

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2026

Dokumentnummer

JJR_19981013_OGH0002_0140OS00129_9800000_002